
KULTURFORUM
BERLIN-ALEXANDERPLATZ e.V.
VR 27288 B |
Amtsgericht Charlottenburg
FA f. Koerperschaften
1 / St.Nr. 27/670/59358
Berlin, im
April 2008
Die Initiative des
Kulturvereins KULTURFORUM BERLIN-ALEXANDERPLATZ e.V. (KFBA), das ehemalige Haus
Ungarn als Kulturstandort fŸr eine offene, interdisziplinaere und
nicht-kommerzielle Kulturarbeit im Zentrum zu erhalten, ist nach sechsmonatigen
Verhandlungen gescheitert.
Der Kulturverein KULTURFORUM BERLIN-ALEXANDERPLATZ e.V.
(KFBA) hat seit Oktober 2007 mit der Wohnungsbaugesellschaft Berlin-Mitte (WBM)
ueber die zukuenftige Nutzung des ehemaligen Haus Ungarn an der
Karl-Liebknecht-Strasse verhandelt. Anvisiert war eine Zwischennutzung von
zunaechst drei Jahren mit dem Ziel, das (ehem.) Haus Ungarn langfristig als
Kulturstandort im Zentrum Berlins zu erhalten. Unterstuetzung fuer das Vorhaben
erfuhr das KFBA von zahlreichen Kulturschaffenden und Institutionen, wie zum
Beispiel der AG U2-Alexanderplatz der Neuen Gesellschaft fŸr Bildende Kunst,
der Arbeitsgemeinschaft der deutschen Kunstvereine, der Zentralen Randlage, der
Evangelischen Schule Berlin Mitte, dem Gob Squad Arts Collective, dem Maxim
Gorki Theater und anderen.
Die Verhandlungen zwischen WBM und KFBA verliefen zunaechst
viel versprechend. Die WBM kann auf eine lange und fruchtbare Geschichte der Zwischennutzungen
in Berlin zurueckblicken und hat sich eingehend mit dem Konzept des KFBA
auseinander gesetzt. Im November 2007 hat das KFBA ein abgesichertes
Finanzierungskonzept vorgelegt und das Angebot fuer eine Zwischennutzung in
allen Details konkretisiert.
Zur selben Zeit wurde jedoch deutlich, dass auch gewerbliche
Mitbewerber Interesse an der Immobilie zeigen. Das KFBA trat daher an den Senat
fuer Stadtentwicklung heran, um fŸr eine Unterstuetzung des Projekts zu werben.
Anfaenglich stellte der Senat einen Gespraechstermin noch im Jahr 2007 in
Aussicht. Trotz mehrfacher Nachfragen seitens des KFBA konnte jedoch kein
Termin realisiert werden.
Im Maerz dieses Jahres hat sich die WBM fŸr einen
gewerblichen Mieter entschieden. Der Schritt ist aus oekonomischer Sicht
verstaendlich. Irritierend fŸr das KFBA und viele Unterstuetzer/innen ist
hingegen die Haltung des Senats. Die Entwicklung des Zentrums zwischen den
Eckpunkten Schlossplatz, Hackescher Markt und Alexanderplatz zeigt, dass die Visionen
einer demokratischen staedtebaulichen Entwicklung zugunsten aller Bewohner der
Stadt ad acta gelegt wurden. Die Stadtentwicklung Berlins hat einen weiteren
Schritt hin zur Privatisierung des oeffentlichen Raums und der Festivalisierung
der Innenstaedte gemacht und folgt dem globalen Trend privatwirtschaftlich
orientierter Stadtmarketing-Strategien.
Nicht-kommerzielle Kulturarbeit und auf Nachhaltigkeit
angelegte soziale und kulturelle Projekte finden in diesem Szenario zunehmend
keinen Platz mehr. Die prekarisierten Kulturarbeiter/innen Berlins sind zwar
weiterhin eine gern gesehene Avantgarde zur Erschlie§ung und Aufwertung so genannter
ãunterentwickelterÒ Areale fuer zukuenftige Investitionen der
Wachstumskoalition aus Verwaltung, Politik, Tourismusbranche und privaten
Investoren; im Zentrum der Stadt scheint die Arbeit der ãUrban PioneersÒ, so
der Titel eines vom Senat fuer Stadtentwicklung veroeffentlichten Readers zum
Thema Zwischennutzung, jedoch kaum noch gebraucht zu werden.
Im Zuge unserer Initiative ist deutlich geworden, dass in
Berlin von Seiten der Bewohner und Kulturschaffenden ein starkes Interesse an
Stadtentwicklung besteht. Es gibt verschiedene emanzipatorische Diskurse und
Interessengruppen, die jedoch bisher relativ getrennt voneinander agieren.
Diese Ansaetze zu buendeln und ihnen ein Forum zu bieten, scheint angesichts
der uebergeordneten Entwicklungen dringend notwendig.
Fuer Rueckfragen und detaillierte Informationen
stehen Ihnen gerne zur Verfuegung:
Christopher Uhe Annette
Maechtel
1. Vorstandsvorsitzender KFBA 2.
Vorstandsvorsitzende KFBA
mobil 0177-52 50 927 mobil
0173-85 43 168
christopher.uhe@kfba.org annette.maechtel@kfba.org